Donnerstag, 18. Januar 2018
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Empfehlungen für ältere Autofahrer

Senioren fahren anders - aber nicht schlechter

Senior am Steuer eines PKWÄltere Verkehrsteilnehmer fahren nicht schlechter als Jüngere, sie fahren anders. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern der Universität Bonn, die unter dem Titel "Ältere Verkehrsteilnehmer - Gefährdet oder gefährlich?" veröffentlicht wurde. Darin beleuchten die Forscher diese Frage aus unterschiedlichen Perspektiven und bietet Lösungen für den Alltag älterer Menschen im Straßenverkehr an.

Junge Autofahrer fordern Führerscheinprüfungen im Alter, nach Berichten über zum Teil spektakuläre Unfälle mit Senioren. Ob dies berechtigte Forderungen sind, wollten die Wissenschaflter der Uni Bonn fachübergreifend klären. Dazu betrachtete eine Gruppe von Psychologen, renommierten Altersforschern, Medizinern und Städteplanern die Frage nach der Rolle von Senioren im Straßenverkehr aus unterschiedlichen Perspektiven.

Senioren als Verkehrsteilnehmer oft unterschätzt

"Mobilität bedeutet besonders für Senioren ein hohes Maß an Lebensqualität", sagt Dr. Kristina Kocherscheid, eine der Herausgeberinnen der Studie. Die Diplompsychologin vom Zentrum für Alternskulturen (ZAK) betont, dass Senioren tatsächlich viel öfter Opfer als Täter im Straßenverkehr sind. Aus diesem Grund spricht sie sich gegen starre Altersüberprüfungen aus, da der Alterungsprozess immer individuell verläuft.

"Ohne Frage haben viele ältere Verkehrsteilnehmer altersbedingte Einbußen", weiß die Expertin. Sie sehen schlechter, ihre Motorik lässt nach und verschiedene Medikamente führen zu Nebenwirkungen, die sich auf ihre Fahrtüchtigkeit auswirken können. "Trotz dieser Einschränkungen werden Ältere aber oft unterschätzt und entwickeln Strategien um diese zu kompensieren", sagt Kocherscheid. So fahren sie eher tags als nachts und meiden Fahrten bei schlechtem Wetter. "Sie sind sich im Klaren darüber, dass sie Schwächen haben und passen sich an", betonen Dr. Kocherscheid und Professor Dr. Georg Rudinger, Mitherausgeber der Studie.

Wichtig: Neue Konzepte mit Beteiligung von Senioren

Ziel der Autoren ist, die Mobilität und die Selbstständigkeit von Senioren so lange wie möglich zu erhalten. Aus diesem Grund befassen sie sich mit altersgerechter Städte- und Raumplanung. Barrierefreiheit und benutzerfreundliche öffentliche Verkehrsmittel spielen dabei eine zentrale Rolle. Die Experten sind sich einig, wie wichtig es ist, generationsübergreifende Konzepte und gleichzeitig Handlungsempfehlungen mit praktischen Tipps zu entwickeln. Dabei sollten Senioren selber in die Planung mit einbezogen werden, damit die Konzepte auch ihren Bedürfnissen und Wünschen gerecht werden.

Die Experten empfehlen die Gründung von Netzwerken, bestehend aus Seniorenbüros, Fahrlehrern und Hausärzten. Diese könnten geeignete Schulungen und Trainings für Senioren durchführen und damit deren Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Hausarzt, der die Senioren individuell über krankheitsbedingte Gefahren und über mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten informiert. Als erster Ansprechpartner soll er dazu beitragen, dass Tipps der Alternsforscher ankommen und auch angenommen werden. So, sagen die Forscher, können Menschen noch bis ins hohe Alter mobil bleiben und ein großes Stück Lebensqualität erhalten.



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- Quelle: Universität Bonn

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