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Montag, 21. Mai 2012
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Senioren ersetzen Familien

Deutsche Urlauber: Reiselustig, aber sparsamer

Schweiz: Luzerner See mit Berg PilatusDie Deutschen verreisen weiterhin gerne, denken dabei aber ans Sparen. Zu diesem Schluss kommt die Anfang 2011 vorgestellte Tourismusanalyse der renommierten BAT-Stiftung für Zukunftsfragen in Hamburg. Grundlage ist eine repräsentative Befragung von 4.000 Deutschen ab 14 Jahren nach dem Urlaubsverhalten 2010 sowie nach ihren Plänen für die kommende Reisesaison.

Meer statt Berge
Insgesamt 52 Prozent der Deutschen verreisten im Vorjahr, zwei Prozent mehr als 2009. Davon blieben 37 Prozent im Bundesgebiet, wobei vor allem die Küsten als Urlaubsziel begehrt waren. Immer öfter suchen Reisende Erholung am Wasser statt in den Bergen. Der eindeutige Gewinner, die Ostsee, konnte 2010 acht Prozent mehr Gäste anlocken als im Vorjahr. Bei den Auslandsreisen bleibt Spanien mit 12,9 Prozent Spitzenreiter, weit dahinter rangieren gleichauf Italien (6,7 Prozent) und die Türkei (6,6 Prozent) sowie Kroatien und Griechenland.

Die Reisedauer betrug 2010 mit 12,5 Tagen einen halben Tag weniger als noch 2009, bei Inlandsreisen waren es lediglich 10,3 Tage. Auch bei den Reiseausgaben verzeichnet die Studie eine deutlichen Rückgang von zuvor 1.038 Euro auf 944 Euro. Dabei herrscht bei den Urlaubern der Grundsatz: Lieber an der Reisedauer und im Urlaub selbst sparen als daheim bleiben.

Generation 50plus statt Familien
Besonders die Familie, einst die Tourismus-Zielgruppe schlechthin, hat in den vergangenen zehn Jahren einen Erdrutsch in puncto Reiseaktiviäten erlebt. Statt 70 Prozent waren im Reisejahr 2010 nur 56 Prozent der Familien im Urlaub unterwegs.

Aufgefangen wird dies durch die ältere Generation. Die Anforderungen der heute immer mobileren, meist reiseerfahrenen Senioren sind dabei in der Regel hoch. Hauptkriterien für die Wahl des Reiseziels sind gleich nach Preis-Leistungs-Verhältnis und schöner Landschaft die Gastfreundschaft und Atmosphäre am Urlaubsort. Dazu das BAT-Institut: "Noch lieber als im Meer baden Touristen in Atmosphäre, Freundlichkeit und Geselligkeit. Wohlfühlfaktor und Servicequalität sind deshalb wichtiger als eine lange Speisekarte."

Österreich beliebt bei Senioren
Österreich, nicht einmal eines der Top-5-Reiseziele der Deutschen, schafft es aufgrund des fehlenden Meeres immer weniger, deutsche Familien anzulocken. Bei Senioren punktet es jedoch weiterhin durch die kurze Anreise, das gute Preis-Leistungs-Verhältnis und die leichte Verständigung. Die Aufenthaltsdauer ist in Österreich mit elf Tagen allerdings kürzer als anderswo. Insgesamt suchten 4,4 Prozent der deutschen Reisenden 2010 Österreich auf. Damit wird das Land zunehmend zur Zweitreise-Destination der Deutschen.

Für immer mehr Deutsche, so die Studie, gilt es als "Visitenkarte", zu zeigen, dass man sich eine zweite Reise finanziell und zeitlich leisten kann. Für 2011 plant jeder neunte Deutsche, zwei oder noch mehr Reisen zu machen.

Spaltung der Gesellschaft auch bei Reisen sichtbar
Eine Urlaubsreise kann sich aber noch lange nicht jeder leisten. Während vier von fünf Besserverdienern im Vorjahr eine Urlaubsreise machten, waren es bei Geringverdienern nicht einmal jeder dritte.

"Zunehmend spaltet sich die Gesellschaft in mobile und nicht mobile Gruppen. Während erstere sich fragen: 'Wo kann ich sonst noch hinreisen?', ist es bei den anderen 'Kann ich mir eine Reise leisten?'", sagt Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der BAT-Stiftung.



- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de - // Quelle: pressetext

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