Neue Touristenroute
Romantische Straße in Korea - made in Germany
Korea hat eine neue Touristenattraktion: In Gangneung am koreanischen Ostmeer wurde im August 2009 die "Romantic Road of Korea" eröffnet. Die vierte "Romantische Straße" der Welt nach Deutschland, Japan und Brasilien soll künftig mehr Touristen in das Land locken. Die Idee zu dieser Ferienstraße hatte ein Deutscher - der Chemnitzer Sozial- und Wirtschaftsgeograph Prof. Dr. Peter Jurczek.
Der Wissenschaftler von der Technischen Universität Chemnitz, der seit fünf Jahren eng mit einer Stiftung in Seoul bei der Raumplanung in der innerkoreanischen Grenzregion zusammenarbeitet, hatte den Aufbau einer "Romantischen Straße" nach deutschem Vorbild angeregt - mit Erfolg.
Sehenswerte Route mit reizvollem Nebeneinander von Gebirge und Küste
Die "Romantic Road of Korea" führt jetzt auf einer Länge von 240 Kilometern von der innerkoreanischen Grenze im geteilten Landkreis Goseong bis in den Süden zum Se
oraksan-Gebirge. Entlang der Strecke gibt es inmitten schöner Natur abseits der Hektik asiatischer Großstädte viel zu sehen: historische Tempel und Pavillons, Fischerdörfer und bizarre Felsformationen, die bis ins Meer hineinragen. Und herrliche Strände laden zum Baden ein. Ein Werbeverbund von sechs Städten und Landkreisen sowie der Gangwon-Provinz investiert 80,6 Milliarden Koreanische Won (etwa 45 Millionen Euro) in diese touristische Route. "Sie soll für die strukturschwache Grenzregion neue Einkommenschancen ermöglichen", sagt Jurczek.
"Die neue Romantische Straße von Korea profitiert vom reizvollen Nebeneinander von Gebirgen und der Küste. Bergwandern im Seoraksan, Tauchen im Ostmeer, Sushi 'satt', Weinherstellung - all das war schon früher möglich. Nun gilt es, entlang der Romantischen Straße viele kultur- und naturräumliche Sehenswürdigkeiten an der Küste, im Gebirge, an Binnenseen sowie an historischen und religiösen Standorten zu verbinden", berichtet der Chemnitzer Sozial- und Wirtschaftsgeograph.
Nachhaltige Entwicklung der koreanischen Grenzregion wird fortgeführt
Eingeflossen in die Konzeption der "Romantischen Straße" sind sowohl Erfahrungen aus Forschungsaktivitäten und praktischer Tourismusarbeit rund um die Romantische Straße in Deutschland - insbesondere in Franken - sowie im ehemaligen Grenzraum zwischen der BRD und der DDR. "Die Situation in der so genannten Demilitarisierten Zone zwischen Süd- und Nordkorea ähnelt der an der früheren innerdeutschen Grenze, wo auch militärische und politische Spannungen, wirtschaftliche und raumplanerische Probleme und Chancen im Naturschutz ausbalanciert werden mussten", berichtet Jurczek. Deshalb freut sich der Wissenschaftler auch über das in diesem Jahr begonnene grenzüberschreitende Projekt "Friedliche Nutzung der Grenzregionen um die Demilitarisierte Zone", wo sich Südkoreaner in Zusammenarbeit mit deutschen Experten um die nachhaltige Entwicklung dieser Grenzregion bemühen.
Jurczek möchte sich auch künftig wissenschaftlich in die Weiterentwicklung der innerkoreanischen Grenzregion, insbesondere die der "Romantischen Straße" entlang des Ostmeeres einbringen.
- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de - // © Fotos: Peter Jurczek




