Mittwoch, 22. November 2017
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Stille Tage im November

Gedenken mit Symbolpflanzen

Friedhof: Totengedenktage im NovemberDer Herbst kündigt eine besinnliche und stillere Zeit des Jahres an, die nach der Fülle des Sommers auch an die Vergänglichkeit des Lebens erinnert. Vor allem zu den Totengedenktagen im November - Allerheiligen, Allerseelen und Totensonntag -  schmücken viele Menschen die Gräber ihrer Verstorbenen mit herbstlichen Gestecken. Ein persönlicher Blumengruß setzt dabei Zeichen für eine lebendige Erinnerung.

Oft sagen die Pflanzen mehr aus, als sie auf den ersten Blick offenbaren. Ob es die Lieblingsfarbe des Verstorbenen ist, mit der stille Verbundenheit ausgedrückt wird, oder ein Tränendes Herz als Symbol der Trauer: Über Jahrhunderte hinweg haben viele auf Friedhöfen verwendete Pflanzen ihre ganz eigene symbolische Aussage erhalten. Wer genau hinsieht, kann lernen, sie zu entziffern.

Die Sprache der Blumen auf der letzten Ruhestätte

Bereits zu Zeiten, als noch keine intensive Grabpflege betrieben wurde, maß man den auf den Gräbern zufällig wachsenden Pflanzen eine eigene Bedeutung zu. Ging zum Beispiel eine Distel oder Königskerze auf, wies dies darauf hin, dass der Verstorbene im Fegefeuer schmachtete und um eine Fürbitte oder Seelenmesse ersuchte.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war die Friedhofsflora vor allem von Nutzpflanzen bestimmt. Der Apfelbaum symbolisierte den Sündenfall, die Kirsche das Paradies und der Nussbaum galt als ein Zeichen für Leib und Seele. Wacholder sowie Holunder gewährten den Verstorbenen Schutz vor bösen Mächten. Bis heute stehen Efeu, Buchs und Immergrün als Symbole für das ewige Leben. Eine Lilie bedeutet Unschuld und Reinheit, die Ringelblume verkörpert den Schmerz der Hinterbliebenen. Frauenmantel und Mohn hingegen sind Sinnbilder des sanften Todes. Mimose und Sonnenblume sind dafür bekannt, dass sie sich nach der Sonne drehen und stehen daher für die sich Gott zuwendende Seele. Dornen tragende Sträucher erinnern an die Passion Christi. Ewige Liebe über den Tod hinaus zeigt die rote Rose - DIE Blume aller Liebenden - an, deren Blätter im christlichen Kontext die Wundmale von Christus am Kreuz und die Muttergottes symbolisieren.

Auch die Form der Pflanzen wird als Sinnbild verstanden: Bäume mit hängenden Ästen symbolisieren Trauer, dreiblättrige Pflanzen, wie zum Beispiel beim Klee, weisen auf die Dreifaltigkeit, während Kreisformen an den immer wiederkehrenden Lauf der Jahreszeiten erinnern. Zwei verschlungene Kränze sind ein Symbol für die endlose Liebe zweier Menschen.

Kerzen als Grabschmuck - Licht für die Seele

Friedhöfe sind seit jeher der Ort, an dem Trauer erlebt und verarbeitet werden kann. Die Trauerkultur selbst unterlag dabei zahlreichen Wandlungen. Im antiken Rom befanden sich die Gräber an viel befahrenen Straßen und forderten mit ihren Inschriften die Reisenden auf, dem hier Bestatteten zu gedenken. Zwischen den Gräbern boten Händler ihre Waren an. Zum traditionellen Fest "Rosalia" wurden die Grabstätten mit unzähligen Rosen geschmückt.

Nach altem christlichen Volksbrauch stellte man in früheren Jahrhunderten an Allerseelen Speisen auf das Grab, da man glaubte, die Toten seien anwesend. Ein Licht auf dem Grab sollte den Seelen den Weg zum Ruheplatz ihres Körpers leiten. Bis heute gehören Kerzen traditionell zum Grabschmuck. Zusammen mit der jahreszeitlichen Bepflanzung und ganz persönlichen Blumengrüßen sind sie ein Zeichen für das liebevolle Gedenken.


- REFR / Online-Redaktion serviceseiten50plus.de -
- Quelle und Foto: cma

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